Mohntaler

Letztens habe ich Mohnbeugerl gebacken. Dafür hatte ich etwas zu viel Mohn gemahlen. Damit der Mohn nicht schlecht wird habe ich mir Mohntaler ausgedacht. Grundlage dafür ist mein Rezept für Linzer Torte, wobei ich Nüsse mit Mohn ausgetauscht habe und als fruchtige Komponente den Powidl meiner Mama verwendet habe. (Da ihr wahrscheinlich nicht diesen Powidl bekommt müsst ihr ihn euch selbst machen!)

Zutaten

  • 120g Butter
  • 150g Staubzucker
  • 75g Mohn
  • 100g Semmelbrösel
  • 100g Mehl W480 glatt
  • 3 Eier
  • Zitronenabrieb
  • Mark einer halben Vanilleschote
  • Prise Zimt
  • Prise Nelkenpulver
  • Prise Salz
  • Oblaten

Zubereitung

  1. Butter (handwarm) mit Zucker, Salz, Zitonenschalenabrieb, Zimt, Nelkenpulver und Vanille schaumig rühren.
  2. Eier gut verschlagen und langsam einrühren.
  3. Mehl, Mohn und Brösel unterheben.
  4. Masse in Spritzsack füllen und auf die Oblaten aufspritzen (etwas kleiner als die Oblate, da der Keks ein wenig auseinenderläuft)
  5. Einen kleinen Tupfen Powidl aufspritzen

Backen

  • 170°C Ober-Unterhitze
  • ca 18 bis 20 Minuten

    Anmerkung

    Oblaten weglassen und die Kekse einfach auf Backpapier aufspritzen! Die letzten für die ich keine Oblaten mehr hatte sind durch und durch schön weich!

    Semmel

    Semmelrezepte habe ich schon einige probiert. Dieses ist bis jetzt das beste. Es stammt von Dietmar Kappl. Ich habe nur eine geringe Veränderung beim Malz vorgenommen, da ich so damit gute Erfahrungen gemacht habe!

    Pate fermentee

    • 200g Weizenmehl W700
    • 130g Wasser
    • 3g Salz
    • 2g Germ (Hefe)

    Alle Zutaten 5 Minuten kneten, danach 2 Stunden bei Raumtemperatur gehen lassen. Danach den Teig am besten in eine Dose und ein bis zwei Tage in den Kühlschrank. Dieser Vorteig gibt den Semmeln einen wunderbaren Geschmack.

    Hauptteig

    • gesamter Vorteig
    • 400g Weizenmehl W700
    • 260g Wasser kalt (ca 8°C)
    • 13g Salz
    • 10g Gerstenmalzmehl
    • 12g Germ (Hefe)
    1. Zutaten 9 Minuten kneten (2 Minuten langsam, 7 Minuten etwas schneller)
    2. 30 Minuten Gare zugedeckt
    3. Teig in 15 gleiche Teile auswiegen und rund schleifen.
    4. Teiglinge 45 Minuten rasten lassen.
    5. Semmeln formen (ich habe der Einfachheit halber heute einen Semmelstempel verwendet). Schöner ist natürlich handgeschlagen und auch die einzelnen Teile der Semmel reißen schöner auf.
    6. Semmeln umgedreht auf einem Blech absetzen und zudecken. Am besten 6 Stunden in Kühlschrank reifen lassen. (Bei Platzmangel im Kühlschrank muss die Zeit entsprechend verkürzt werden.)

    Tipp

    Zum formen der Semmeln Vorschussmehl verwenden!

    Backen

    • mit Wasser besprühen
    • 250°C fallend auf 240°C
    • 15 bis 16 Minuten
    • gut schwaden und Feuchtigkeit nach 10 Minuten ablassen!

    Moskauer Brot – Московский хлеб (Russland)

    Das Moskauer Brot ist ein ganz dunkles Vollkornbrot. In früherer Zeit war Russland berühmt für dunkles Brot mit langen Verarbeitungszeiten. Der Geschmack dieser aufwendigen Broten ist einzigartig. Der Vergleich mit unseren Broten aus Mittelauropa ist schwierig. Am ehesten noch mit Pumpernickel. Jedoch ist das Moskauer noch saftiger.

    Roggensauerteig TA 200

    • 10g Roggenanstellgut
    • 75g Roggenvollkornmehl
    • 75g Wasser

    Vermischen Sie alle Zutaten und lassen Sie sie bei Zimmertemperatur 16 bis 18 Stunden gehen.

    Malzstück

    • 65g Roggenschrot fein
    • 30g fermentierter Roggenmalz
    • 1g geriebener Kümmel
    • 250g Wasser (kochend)

    Alle Zutaten per Hand vermischen. Falls sie eine Küchenmaschine mit Kochfunktion haben (wie Kenwood Cooking Chef), wählen sie 65°C und rühren sie langsam für 3 Stunden. Das Malzstück sieht zum Schluss aus wie Schokopudding und hat auch eine ähnliche Konsistenz. Falls sie iese Möglichkeit nicht haben, verrühren sie alle Zutaten und stellen sie zugedeckt ins Backrohr (65°C). Rühren sie gelegentlich um. Das Ergebnis schmeckt sehr ähnlich, jedoch bleibt es etwas heller!

    Malzstück kann bis zu 2 Tagen davor schon vorbereitet werden. Nach der Zubereitung mit Folie DIREKT am Teig und im Kühlschrank aufbewahren. Vor der Verwendung auf Zimmertemperatur erwärmen!

    Gesäuerter Vorteig

    • Sauerteig
    • Malzstück
    • 160g Roggenschrot fein
    • 1g Germ (Hefe)

    Alle Zutaten per Hand verrühren und mit Folie abdecken. 4 Stunden Gare.

    Hauptteig

    • Vorteig
    • 160g Roggenschrot fein
    • 45g Wasser
    • 8g Salz
    • 5g Melasse

    Mischen Sie alle Zutaten mit der Küchenmaschine auf niedrigster Stufe für 6 Minuten. Den Teig im Kessel glatt streichen und bei Zimmertemperatur zugedeckt 2 Stunden gehen lassen! Das Teigvolumen verändert sich nur ein wenig (nicht zu vergleichen mit typischen Germteigen). Den Teig anschließend in eine Kastenform füllen und glatt streichen. Die Ecken etwas abrunden. Mit Folie abdecken und weitere 45 Minuten warten.

    Backen

    • 250° fallend auf 190°C
    • 50 Minuten
    • NICHT SCHWADEN

    Abstreichen

    Nach der Backzeit das Brot aus der Form stürzen und mit einem Gemisch aus Kartoffelstärke und heißem Wasser abstreichen. Anschlißend nochmals 3 Minuten in den Ofen. Dadurch bekommt das Brot den passenden Glanz!

    Tipp

    Backen Sie gleich mehrere Brote um die viele Arbeit und die Energie vernünftig zu nützen! Dieses reine Roggenvollkornbrot hält sehr sehr lange frisch!

    Wiener Mohnbeugerl

    Mohnbeugerl sind in Österreich in nahezu jeder Bäckerei erhältlich. Charakteristisch ist die markante und großzügige Fülle. Auch mit Nuss oder Marzipan ein Genuss.

    Rezept für 20 Stück:

    Vorteig

    • 180g Weizenmehl W700
    • 120g Milch 
    • 0,5g Germ (Hefe)

    10 Stunden zugedeckt bei 26°C

    Hauptteig

    • gesamter Vorteig
    • 380g Weizenmehl W700
    • 100g Butter (Zimmertemp.)
    • 80g Milch
    • 60g Rohrzucker
    • 10g Salz
    • 4 Dotter
    1. Alle Zutaten langsam mit der Küchenmaschine 5 Minuten mischen
    2. 20 Minuten Ruhe
    3. 50g Teigstücke auswiegen
    4. Teiglinge rund schleifen und leicht bemehlen
    5. 1 Stunde Ruhe

    Füllung

    • 340g Milch
    • 300g Mohn gemahlen
    • 120g geriebene Butterkekse, Biskotten oder dgl
    • 120g Zucker
    • 10g Zimt
    • Mark einer Vanilleschote
    • 40g Rum
    • 20g Honig
    • 50g Marillenmarmelade
    1. Milch in einem kleinen Kochtopf erwärmen
    2. restlichen Zutaten einrühren
    3. Masse zugedeckt eine halbe Stunde im Kühlschrank ziehen lassen
    4. Füllung in 20 gleiche Stücke aufteilen

    Formen

    1. Teiglinge mit dem Nudelholz zu dünnen Ovalen ausrollen (ca 15x10cm)
    2. Füllung als kleine dicke Wurst mittig plazieren
    3. Fest von allen Seiten andrücken und kurz einmal rollen (etwas spitz zulaufend)
    4. mit dem Schluss nach unten abknicken und auf ein Lochblech oder Backblech ablegen
    5. Abstreichen mit verquirltem Dotter
    6. Gare für weitere 30 Minuten

    Backen

    • 20 Minuten
    • 200°C Ober-Unterhitze
    • leicht geöffnete Backofentür (Essstäbchen oder dgl dazwischen klemmen)

    Vorschuss-Dinkel Brot

    Vorschussmehl (R500/610) ist ein äußerst helles Roggenmehl. Passend dazu habe ich helles Dinkelmehl (D700/630) verwendet. Da Dinkel gerne trocken wird beim backen, musste ich mir überlegen wie ich Flüssigkeit ins Brot bringe. Vor kurzem bekam ich von meinem Bioladen eine Packung Flohsamenschalen geschenkt und zu Hause hatte ich noch einen Rest Chia-Samen…

    Heraus kam ein herrliches helles Dinkelbrot mit Sauerteig und zweierlei Quellstücken. Die Krume ist superweich und wattig und eignet sich auch hervorragend zum toasten.
    Das Rezept reicht für ungefähr zwei Kilogramm Brot.

    Roggen-Sauerteig

    • 10g Roggenanstellgut
    • 180g Roggenmehl R960
    • 180g Wasser

    Mischen Sie alle Zutaten per Hand. Zugedeckt bei Zimmertemperatur 16 bis 18 Stunden gären lassen.

    Quellstücke

    Chia-Quellstück

    • 50g Chiasamen
    • 100g Wasser (50°C)

    Flohsamenschalen-Quellstück

    • 5g Flohsamenschalen
    • 100g Wasser (40°C)

    Beide Stücke mischen und zugedeckt mindestens 4 Stunden quellen lassen.

    Hauptteig

    • 370g Roggensauerteig
    • Chia-Quellstück
    • Flohsamenschalenquellstück
    • 500g Vorschussmehl (R500/610)
    • 500g Dinkelmehl (D700/630)
    • 450g Wasser
    • 22g Salz
    • 8g Germ (Hefe)
    • 10g Gerstenmalz
    1. Alle Zutaten mit der Küchenmaschine 7 Minuten auf der kleinsten Stufe mischen, danach 2 Minuten etwas schneller kneten.
    2. 20 Minuten Teigruhe (zugedeckt im Kessel)
    3. Auswiegen der Teiglinge -3 Stück
    4. Aufarbeiten- erst rund wirken, dann lang für die Kastenform
    5. leicht mit Wasser besprühen
    6. Gare für 45 bis 60 Minuten
    7. Mit Wasser besprühen und Dinkelflocken bestreuen

    Backen

    • 250° fallend auf 190°C
    • Schwaden (nach 5 Minuten ablassen)

    Anmerkung
    Falls Sie keine Flohsamenschalen zur Hand haben empfiehlt es sich ein Kochstück einzusetzen.

    Tipp

    Schneiden Sie das Brot nach dem Auskühlen in Scheiben und frieren Sie es ein. Kurz getoastet ein Genuss zum Frühstück.

    Emmer-Mischbrot

    Nachdem ich jetzt eine Getreidemühle besitze steigt der Vollkornanteil in unseren Gebäcken. Die Kinder wünschten sich jedoch ein weiches Brot. Das Resultat war ein Mischbrot, halb Emmer-Vollkornmehl, halb Roggenmehl mit zwei Sauerteigen.

    Roggensauerteig TA200

    • 10g Roggenanstellgut
    • 85g Roggenmehl R960
    • 85g Wasser

    Per Hand mischen und bei 26-28°C 16 bis 18 Stunden gären lassen

    Weizensauerteig TA150

    • 5g Weizensauerteig
    • 90g Weizenmehl W700
    • 45g Wasser

    Ebenfalls per Hand vermischen. Garzeit 12 bis 14 Stunden bei 26-28°C

    Hauptteig

    • 180g Roggensauer
    • 135g Weizensauer
    • 360g Emmer-Vollkornmehl
    • 360g Roggenmehl R960
    • 570g Wasser
    • 18g Salz
    • 12g gemischte Brotgewürze gestoßen
    • 10g Gerstenmalz
    • 5g Germ (Hefe)
    1. Alle Zutaten 9 Minuten mischen (7 Minuten langsamste Stufe, 2 Minuten etwas schneller)
    2. 20 Minuten Teigruhe im Kessel
    3. Aufarbeiten zu einem Wecken
    4. Ruhe im bemehlten Simperl für ca 45 Minuten (Gare beachten)

    Backen

    • auf Stein (gut vorheizen)
    • 250° fallend auf 190°C
    • Schwaden für 3 bis 5 Minuten
    • Backdauer 70 Minuten

    Getreidemühle Kenwood KAX941PL – Produkttest

    Mich erreichte vor kurzem ein Paket. KENWOOD-Österreich stattete mich mit einer KAX941PL Getreidemühle aus, die ich für euch getestet habe. Im Lieferumfang wurde auch ein passender Adapter beigelegt, da ich eine Kenwood Cooking Chef KM070 besitze und der Anschluss mittlerweile verändert wurde.

    Der Adapter lässt sich tadellos ohne große Mühe innerhalb von Sekunden montieren und kann damit auch auf meiner Maschine am Niedriggeschwindigkeitsanschluss verwendet werden.

    Vor dem Test zerlegte ich den Aufsatz, um die Neuteile zu reinigen. Es ist darauf zu achten, dass die Einstellkontrolle, der Mahlring als auch der Mahlkegel nicht in Wasser getaucht werden. Alle anderen Teile dürfen mit heißem Wasser und Spülmittel gewaschen werden.

    (v.l.n.r. und oben nach unten: Korpus, Ringmutter, Trichter, Schnecke, Mahlring, Mahlkegel, Einstellkontrolle, Adapter)

    Innerhalb kürzester Zeit, hatte ich alles montiert und konnte meinen Test beginnen. Ich achtete darauf, dass die höchste Geschwindigkeit gewählt werden sollte und befüllte zuerst den Trichter mit Weizenkörnern. Völlig ausreichend lässt sich der Trichter je nach Getreideart mit bis zu 1 Kilogramm Getreide füllen. Der Mahlgrad kann am Einstellrad stufenlos bestimmt werden.

    Bei feinster Einstellung musste ich nur 2 Minuten und 4 Sekunden warten bis alles Mahlgut (500 Gramm) gemachlen war. Gut 4 Minuten bei einem Kilogramm ist für den Hausgebrauch tadellos und nicht zu beanstanden. Das Mehl wird schön und gleichmäßig gemahlen, kann aber eventuell mit Steinmahlwerken noch etwas feiner verarbeitet werden.

    Das Stahlmahlwerk hat jedoch eine riesengroße andere Stärke. Ölsaaten und Gewürze, wie Leinsamen, Mohn etc sind für die Mühle kein Problem und werden genauso unkompliziert innerhalb weniger Augenblicke vermahlen. Einzig Kümmel und Mais darf nicht ins Mahlwerk gelangen. Ein weiteres Küchengerät, wie Mohnmühle oder dergleichen, muss nicht angeschafft werden.

    Für meinen Gebrauch, Brot und Gebäck für eine 4-köpfige Familie zu backen, ist die Getreidemühle perfekt.

    • handlich
    • kann auf der vorhandenen Küchenmaschine verwendet werden
    • Mehl bis Schrot stufenlos einstellbar
    • Saaten und Gewürze mahlbar
    • schnell verwendbar

    Ich möchte mich herzlich bei KENWOOD-Österreich für die Bereitstellung bedanken.

    Euer Chris

     

    Gewürzbrot

    Das Gewürzbrot ist ein kräftiges Weizenmischbrot mit einem hohen Vollkornanteil. Durch die erhöhte Gewürzmenge ist es der perfekte Begleiter zu Speck oder würzigen Hauswürsten.

    So unvorbereitet gehe ich selten ans Brotbacken! Ich habe gestern abend einfach einmal einen Roggensauer angesetzt und Weizenschrot eingeweicht, mir aber noch keine Gedanken weiter gemacht. Heute morgen hab ich dann ein wenig bei meinen Bloggerkollegen gesurft. Ketex hat eine Gewürz-Kruste gebacken, die fast zu meinen Vorbereitungen passt. Etwas an meine Vorgaben angepasst sieht dieses Rezept nun wie folgt aus:

    Roggen – Sauerteig

    • 150g Roggenmehl 960
    • 150g Wasser
    • 10g Roggen-Anstellgut

    Alle Zutaten per Hand gut vermischen und abgedeckt 16 – 18 Stunden bei Raumtemperatur reifen lassen.

    Achtung: Es werden 250 Gramm gleich verwendet! In meiner Angabe werden 60 Gramm als neues ASG abgenommen!

    Weizenschrot – Quellstück

    • 125g Weizenschrot fein
    • 125g Wasser (26°C)

    Schrot und Wasser mit einem Löffel verrühren und abgedeckt 4 bis 20 Stunden quellen lassen!

    Hauptteig

    • 250g Roggen-Sauerteig
    • 250g Weizenschrot-Quellstück
    • 90g Roggenmehl 960
    • 345g Weizenschrot fein
    • 225 g Wasser
    • 13g Salz
    • 6g Germ (Hefe)
    • 8 g fermentiertes geröstetes Roggenmalz
    • 20 g Brotgewürze (8g Kümmel, 5g Koriander, 4g Fenchel,3g Anis)
    • 10g Zuckerrübensirup

    Alle Zutaten in der Küchenmaschine 5 Minuten langsam vermischen, danach 2 Minuten etwas schneller kneten! Teigruhe im Kessel für 20 Minuten. Danach den Teig vorsichtig auf einer bemehlten Arbeitsfläche rund wirken und mit dem Schluss nach unten in ein bemehltes Simperl (Gärkörberl) legen und einem Tuch abdecken. Gare beachten. Bei mir waren es 40 Minuten.

    Backen

    • Stein (gut vorheizen)
    • 250°C fallend auf 180°C
    • Schwaden (nach 10 Minuten ablassen)
    • Backdauer 55 Minuten

    Anmerkung

    Beim nächsten Mal eventuell noch Sonnenblumenkerne in den Teig mischen. Vielleicht ezwas früher einschießen um eine rustikalere Kruste zu bekommen.

    Haubiversum: Besuch in einer Großbäckerei- Segen oder…?

    Letztens war ich mit meiner Familie im Haubiversum.  Ich fahre sehr oft an dieser Bäckerei  vorbei und schon lange hatte ich im Sinn auch einmal extra dafür hinzufahren. Ich muss schon sagen, dass der erste Eindruck sehr ansprechend ist. Ein kleiner Turm mit symbolischen Getreideähren ziert den Eingang. Auch das Cafe am Beginn sieht ansprechend aus und lädt ein, eine Tasse Kaffee zu trinken.

    Am meisten war ich jedoch an der Bäckerei interessiert. Auf der Homepage hatte ich ein Foto gefunden, auf dem mehrere Familienmitglieder in Tracht zu sehen waren- vor einem Getreidefeld. Ich würde es als bodenständig bezeichnen. Wer mich und meinen Blog kennt, sollte wissen, dass bodenständig für mich positiv ist! Besonders sprang mir auch diese Passage ins Auge:

    Zitat: „Das Ergebnis sind Naturprodukte ohne Wenn und Aber. Chemische Zusätze, Farb- und Konservierungsstoffe, Transfette & Co. haben bei Haubis nämlich striktes Hausverbot!“

    Dadurch war meine Erwartung enorm hoch, obwohl ich wusste, dass es sich um eine riesige Bäckerei handelte.

    Der Anfang der Führung war auch sehr bodenständig, die Anfänge als kleine Dorfbäckerei wurde skizziert. Auslieferung mit einem Fahrrad, später mit einem Moped (ausgestellt) und und und. Die Führung kam aber bald auf einen Punkt, der mir zu denken gab. Die ausgesprochen nette Dame erzählte uns von den Anstrengungen die unternommen wurden, um Teiglinge, Halbfertig und Fertigprodukte- Tiefkühlprodukte herzustellen um zu expandieren. Diese Produkte können dann in Backshops einfach aufgebacken werden. Die Rolle als Vorreiter in dieser außergewöhnlichen Technologie wurde besonders erwähnt. Weiter ging es an die Produktionsstraßen. Hier ist mit einigen Ausnahmen alles automatisiert. Kneten, abwiegen, formen, Gare, bis hin zum backen. Eine Ausnahme sah ich: Mohnflesserl wurden per Hand, aus vorgerollten Teigsträngen, geformt und Handsemmeln geschlagen. Beides in einer Geschwindigkeit die unbeschreiblich ist. Mich interessierte ob die Mitarbeiter  den ganzen Arbeitstag   diese Akkordarbeit machen würden. Die Antwort war nein, da diese Arbeit nicht länger als 2 Stunden am Stück machbar sei. Weiters interessierte mich ob diese ‚Luxusprodukte‘ andere Teige hätten als die Fließbandsemmeln – Nein! Zitat: ‚Manche Leute meinen, es wär besser wenns handgemacht ist!‘

    Für mich fängt Handarbeit nicht erst am Finish an. Diese Semmeln schmecken wie die Führerin schon indirekt ausgesagt hatte mit Sicherheit gleich wie die Fließbandgeschwister. Mir gibt zu denken, dass die Firma ohne Zusätze auskommt. Wer von euch hat schon einmal einen Teig aus Germ (Hefe) oder Sauerteig eingefroren und danach erfolgreich ohne Qualitätsverlust gebacken? 

    Ich denke, dass wir durch Riesenproduktionen auf keinen Fall den den kleinen Bäcker ums Eck unterstützen, der möglicherweise noch für Vielfalt in unserem Brotkörberl sorgt! Den Geschmack brauche ich in diesem Bericht nicht zu erwähnen. Fast jeder meiner Leser hat nach kleiner Recherche im Internet die Möglichkeit im einen oder anderen Supermarkt die Produkte zu testen.  Positiv möchte ich jedoch erwähnen, dass Brotbackkurse angeboten werden. Jede Anregung selbst zu machen ist positiv!  Inwieweit hier wirklich von Hand und ohne Zusatzstoffe gebacken wird kann ich jedoch nicht beantworten. Da die Kurse verständlicherweise nicht kostenfrei sind und ich eben Bedenken habe, dass wirklich nach meinen Vorstellungen gebacken wird, werde ich dies auch nicht austesten. Meiner Meinung nach beginnt Brot mit dem Ansetzen des Sauerteiges!

    Falls mein Verständnis zu Fehlern geführt haben sollte, möchte ich die Firma höflich um Richtigstellung bitten.

    Liebe Backgrüße,

    Euer Chris

    P.S.: Fotos habe ich keine angehängt, da ich mir unsicher bin, ob Fotos einer Firma rechtlich einfach eingestellt werden dürfen. Falls dies ein Jurist liest, der sich auskennt….

     

     

     

    Grahamstangerl

    Lange habe ich probiert. Gefunden habe ich auch kein gutes Rezept. Nun bin ich aber mit dem Geschmack zufrieden. Grahamschrot hat im Gebäck einen unvergleichlichen Geschmack. Ein weiches Stangerl und doch ein sehr rustikaler Geschmack.

    Wie zu sehen ist, war mir die Form nicht recht klar, welche ich nehmen sollte! 

    Weizensauerteig

    • 6g Weizen Anstellgut (TA200)
    • 47g Weizenmehl W700/550
    • 47g Wasser

    Die Zutaten für den Sauerteig mit einem Löffel vermischen und bei 26°C  ca. 12 Stunden zugedeckt stehen lassen!

    Sollten Sie kein Weizen-ASG haben verwenden Sie ruhig Roggensauer!

    Hauptteig

    • 100g Weizensauerteig
    • 350g Weizenmehl W700
    • 100g Grahamschrot
    • 20g Butter (Zimmertemp.)
    • 10g Honig
    • 5g Gerstenmalz
    • 10g Salz
    • 200g Wasser (Zimmertemp.)
    • 90g Milch (Zimmertemp.)
    • 9g Germ

    Zubereitung

    1. Alle Zutaten im Kessel 8 Minuten kneten (3 Minuten langsam, 5 Minuten etwas schneller)
    2. Teigruhe 20 Minuten zugedeckt im Kessel
    3. Auswiegen der Teigstücke (75 Gramm)
    4. Rund schleifen
    5. Ruhe zugedeckt für 15 Minuten
    6. Stangerl/Weckerl formen
    7. 30 Minuten Gare

    Backen

    • 210°C Ober- Unterhitze mittlere Schiene
    • Schwaden
    • Backdauer 16 Minuten