Test: VESUVO – Pizzasteine

Die Firma Vesuvo hat mir 2 verschieden starke Cordierit-Pizzasteine zur Verfügung gestellt, die ich testen werde.

Die Fragestellung lautet: Welchen Stein, genauer gesagt welche Stärke, verwende ich um gutes Brot bzw Pizzen zu backen? Gibt es Vor-bzw. Nachteile?

Vesuvo2

Brot wird schon seit jeher traditionell auf Steinen gebacken. Die Steine geben die Hitze gleichmäßig und bei leicht fallender Hitze an das Backgut ab. Bei dieser Art zu backen verliert das Brot bei Weitem weniger Feuchtigkeit, als zum Beispiel bei Heißluft. Trotzdem bekommt man eine herzhafte Kruste. Sowohl Schamott als auch Cordierit können Hitze sehr gut speichern und dadurch gute Backresultate erzielen. Mit Keramik und Granit habe ich jedoch bis jetzt keine guten Erfahrungen gesammelt. Schamott hat leider gegenüber Cordierit einen kleinen Nachteil. Es ist poröser. Durch das wiederholte Aufheizen und wieder Abkühlen ist der Abrieb etwas stärker. Daraus ergibt sich auch, dass Schamott schwerer zu reinigen ist. (Bei der Reinigung verstehe ich jedoch nicht die Verfärbungen die am Stein entstehen können sondern lediglich eingebrannte Reste wie Käse von der Pizza.) Aus diesem Grund backe ich schon sehr lange auf Pizzasteinen aus Cordierit und habe damit durchwegs sehr gute Resultate erzielt. Die Wahl des Materials ist aber für viele (Hobby-)bäcker eher eine Glaubensfrage.

Wie stark muss nun mein Pizzastein sein um gutes Brot und Pizzen backen zu können? Welche Vorteile haben dünne (1,5Zentimeter) Steine, welche Vorteile dicke (3 Zentimeter)?

Bevor ich ans backen gehe, werden 2 Vorteile beim dünnen Stein offensichtlich:

  • weniger Gewicht -> handlicher
  • Um ca €10 günstiger 29,90 zu €39,95

Ansonsten unterscheiden sich die Steine optisch nicht!

Zuerst teste ich, wozu der Stein eigentlich gedacht ist: für Pizzen!

Ein gemütlicher Abend in Gesellschaft meiner Frau. Ich heizte den dünnen Stein auf 270°C Oberflächentemperatur auf. Mein Herd benötigte dafür 32 Minuten. Damit konnte ich 2 Pizzen ohne Probleme backen. Ich musste die Testkriterien etwas verschärfen um eventuelle Unterschiede zu erkennen!

Test mit 4 Pizzen:

Dünner Stein:

Ich heizte den Stein wieder auf 270°C auf. Ich konnte 4 Pizzen backen. Die letzte benötigte jedoch schon deutlich länger um kross zu werden. Die Oberflächentemperatur des Steines betrug danach zirka 190°C. Vor der nächsten Pizza hätte ich, um ein gutes Backergebnis zu erzielen zu können, wieder aufheizen müssen!PizzaPF3PizzaPF2(ausgebacken und nicht verbrannt)

Tipp:

Verfügt ihr Backofen über eine Grillfunktion, kann der Stein bei weitem höher aufgeheizt werden! Einfach in die oberste Schiene des Backofens beim Aufheizen einschieben und Grillfunktion einschalten!

Dicker Stein:

Zum Aufheizen auf die gleiche Temperatur (270°C) benötigte ich dieses Mal 48 Minuten. Nach 4 Pizzen erreichte ich eine Oberflächentemperatur von knapp 222°C. Weitere 2 Pizzen wären noch möglich gewesen.Vesuvo

Von der Menge könnten beide Steine bei weitem mehr Backgut gut ausbacken, jedoch fällt die Temperatur durch das ständige Öffnen der Backofentüre schneller ab!

Durchs Testen stieg unser Pizzakonsum enorm. Dadurch entstand ein neues Rezept mit Pâte fermentée. Ein Genuss. Wird noch veröffentlicht….PizzaPF1(Pizza – einfach gehalten, Tomate, Mozarella, Mais und Oregano)

Jeder der mich kennt weiß, dass ich nicht nur Pizzen vertilge, sondern auch Brot in meinem Körberl brauche. Ich kreierte dafür das Wiener Grießbrot (Auch dieses Rezept veröffentliche ich in nächster Zeit) mit einer langen kalten Führung. So konnte ich gewährleisten, dass ich gleiche Backbedingungen hatte. Gleiches Gewicht, gleiche Ausknetung, gleiche Teigtemperatur, gleicher Ofen, gleiche Temperatur des Steines, gleiche Umgebunstemperatur bei der Gare…

Um die Spannung vorweg zu nehmen, ich konnte mit jedem Stein ein 1-Kilogramm Brot backen. Ich nahm das Brot beide Male nach exakt 52 Minuten aus dem Ofen. Die Kruste am Boden ist bei dem leichteren Stein etwas dünner. Bei dem 1,5 Zentimeter Stein empfehle ich daher keine schwereren Brote zu backen (eventuell durch doppelt backen möglich). Der Oberflächentemperaturunterschied beträgt immerhin (gemessen nach dem backen des 1 Kilo Laibes) 25 Grad (210 zu 185). Beim dicken Stein sind auch Brote bis zu 2 Kilogramm kein Problem (getestet)!griessbrot2

Zusammenfassung Pizzastein Vesuvo 1,5 cm

  • kürzere Aufheizzeit
  • leichter und handlicher
  • geringfügig günstiger
  • für bis zu 4 Pizzen geeignet
  • für 1 Kilogramm-Brote geeignet
  • keine schweren Brote möglich

Für kleine Familien, die gerne Samstagsabend ihre Pizza backen ist der dünnere Stein absolut empfehlenswert. Auch gelegentliche Brote mit einem etwas niedrigerem Gewicht sind kein Problem.

Zusammenfassung Pizzastein Vesuvo 3 cm

  • stabiler
  • bis locker 6 Pizzen verwendbar
  • für Brote bis 2 Kilogramm geeignet
  • geringfügig teurer (ca 10 Euro einmalig)
  • etwas längere Aufheizzeit

Für etwas größere Familien oder ambitioniertere Brotbäcker empfehle ich eher den 3 Zentimeter Stein. Mehrere Pizzen sind möglich und auch der Vielfalt der Brote sind kaum Grenzen gesetzt.

Für besonders begeisterte Brotbäcker sind sogar 2 Steine einsetzbar. Ein Stein kann in oberster Führung mit aufgeheizt werden und für perfekte Oberhitze sorgen. Ich muss jedoch gestehen, dass man mit dieser Methode aber schon auf einem außergewöhnlich hohem Niveau zu tüfteln beginnt!

Herzlichen Dank an VESUVO für die Bereitstellung der Steine!

Viel Freude beim backen!

Euer Chris

3 Gedanken zu “Test: VESUVO – Pizzasteine

  1. Pingback: Wiener Grießbrot | Lust auf Brot

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